Jugger

Jugger ist ein noch recht junger, auf einem wirklich schlechten B-Movie basierender Sport, der sich inter­na­tio­nal und vor allem in Deutsch­land immer größer werdender Beliebt­heit erfreut.

Auf Außen­stehende wirkt er oft, als würden sich ein Haufen Verrückte wahllos die Köpfe einschlagen. Dabei hat Jugger ein festes Regel­werk, das Kopf­schläge sogar explizit verbietet. Diese Regeln sind relativ ein­fach: Gegen­einander spielen zwei Mann­schaften aus je fünf Spielern. Männer und Frauen spielen beim Jugger in Mixed Teams gemein­sam und auch das Alter spielt keine Rolle. Der Läufer einer jeden Mann­schaft versucht den Jugg – den Spiel­ball – in das Mal – das Tor – der gegnerischen Mann­schaft zu bringen. Die rest­lichen vier Spieler, Pompfer genannt, beschützen den eigenen Läufer beziehungs­weise versuchen, den Gegner davon abzuhalten, einen Punkt zu erzielen. Dafür sind die Kämpfer mit sogenannten Pompfen ausgestattet, an post­apo­ka­lyp­tische Waffen erinnernde, gepolsterte Spiel­geräte. Wer von einer Pompfe getroffen wurde, kniet sich auf den Boden und scheidet für fünf „Steine“ (etwa acht Sekunden) aus dem Spiel aus. Aller­dings nicht, weil ein Treffer ernstlich weh tun würde – entgegen seines martialischen Aussehens ist Jugger ein recht harmloser Spaß, der sich durch seine einzig­artige Mischung aus Zwei­kampf und Team­spiel auszeichnet.

Das voll­stän­dige Regel­werk ist hier zu finden.

Die Spielgeräte

Den Pompfern stehen eine Viel­zahl verschie­dens­ter Pompfen zur Verfügung.

Die Langpompfe

Die 140 cm lange Lang­pompfe wird mit zwei Händen geführt. Sie ist eine der viel­sei­tigs­ten Pompfen und eignet sich für die unter­schied­lichs­ten Spiel­stile. Sie bietet eine relativ hohe Reich­weite, ist aber gleich­zeitig kompakt genug für schnell wechselnde Manöver.

Illustration eines Langpompfenspielers

Illustration eines Stabspielers

Der Stab

Der 180 cm lange Stab ist die einzige Pom­pfen­art, mit der nicht gestochen werden darf. Statt­dessen muss der Spie­ler ver­suchen, sei­nen Geg­ner mit Hie­ben zu treffen. Der Stab eignet sich beson­ders gut zum Parieren und Blocken geg­ner­ischer At­ta­cken. Gerade in den Händen erfahrener Spie­ler ist der Stab jedoch auch als offen­siv einge­setz­te Pom­pfe nicht zu unter­schätzen.

Der Q-Tip

Seine zwei Schlag­flä­chen machen den Q-Tip ein­zig­ar­tig unter den Pom­pfen. Zwar wird er durch sei­ne Länge von zwei Metern schnell etwas sper­rig, gestat­tet dem Pom­pfer durch seine Bau­wei­se aber auch einige spek­ta­ku­läre und nicht selten spiel­ent­schei­den­de Man­över.

Illustration einer Q-Tip-Spielerin

Illustration eines Schildspielers

Die Kurzpompfe und der Schild

Die Kurz­pom­pfe ist die ein­zige Pom­pfe, die mit nur einer Hand geführt werden darf. Dies, und der Schild, den der Spie­ler mit der ande­ren Hand führt, gleichen die gering­ere Reich­wei­te der Kurz­pom­pfe mehr als aus. Neben der Kom­bi­na­tion aus Kurz­pom­pfe und Schild ist es auch erlaubt, zwei Kurz­pom­pfen zu führen. Das sollte man aller­dings nur den erfah­rens­ten und wen­digs­ten Spie­lern über­lassen.

Die Kette

Pro Team darf nur ein Ket­ten­spie­ler gleich­zei­tig auf dem Feld ein­ge­setzt werden. Die Ket­te ist über drei Meter lang und gestat­tet es dem Spie­ler so, auch weit ent­fern­te Geg­ner zu tref­fen. Nicht sel­ten ent­schei­det ein guter Ket­ten­spie­ler da­rü­ber, wel­ches Team die Kon­trol­le über das Spiel­ge­sche­hen behält. Wer von einer Kette getrof­fen ist, schei­det anders als bei den an­de­ren Pom­pfen­ar­ten nicht für fünf, son­dern acht Steine aus dem akti­ven Spiel aus.

Illustration eines Kettenspielers

Der Jugg

Anstel­le eines Bal­les spielt man Jugger mit dem einem Hun­de­schä­del nach­em­pfun­de­nen Jugg. Gele­gent­lich wer­den je­doch auch Juggs ein­ge­setzt, die mehr an einen Foo­tball oder an­dere For­men erin­nern. Der Jugg ist ca. 30 cm lang und hat einen Durch­mes­ser von etwa 12 cm. Der Läufer, oder auch Qwik, ist der ein­zige Spie­ler, der den Jugg in den Hand neh­men und im geg­ner­ischen Mal plat­zie­ren darf.

Das Spielfeld

Das acht­eck­ige Jugger­feld ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. An den bei­den kur­zen Sei­ten be­fin­den sich, je­weils zwei Meter von der Außen­li­nie ent­fernt, die bei­den Male. Zu Beginn eines Spiel­zu­ges stel­len sich die Teams an der Grund­li­nie hin­ter ihrem Mal auf und lau­fen auf ein Start­sig­nal hin los. In der Feld­mit­te kommt es dann zu ersten Duel­len und eine Sei­te kann sich den Jugg sichern. Ziel ist es, da­rauf­hin den Jugg im geg­ne­risch­en Mal zu plat­zie­ren.

Die Community

Die Jugger-Com­munity zeich­net sich vor allem durch ihren freund­lich­en und fairen Umgang unter­ein­an­der aus. In Deutsch­land sind die Teams in einem Online-Forum organisiert, das dem Aus­tausch, den Dis­kus­sio­nen über Regeln und der Orga­ni­sa­tion von Events dient.

Jugger hat sich inzwi­schen zur regel­rech­ten Sub­kultur ent­wi­ckelt und als sol­che ein großes Netz­werk aus befreun­de­ten Teams auf­ge­baut. In fast jeder grö­ßeren deutschen Stadt gibt es eine oder sogar meh­re­re Mann­schaf­ten. Die regel­mä­ßig statt­fin­den­den Tur­nie­re festi­gen diese Freund­schaf­ten und dienen neben dem sport­lichen Wett­kampf auch dem Aus­tausch in locke­rer Atmos­phäre.